Maximalmaße und Türlogik: Welche Konfigurationen wir realisieren
Was Sie in den Gartenschrank einbauen können – die komplette Innenausstattung
Eine vermeintliche Detailfrage, die für viele Käufer mehr Bedeutung hat, als sie zunächst vermuten würden: die Wahl zwischen Türen mit horizontaler Designfuge oder vollkommen durchgehenden Fronten. Beide Varianten sind funktional identisch – die Tür schließt gleichermaßen dicht, die Stabilität ist gleich. Aber die optische Wirkung im Außenraum unterscheidet sich erheblich. Was ist die Designfuge? Bei der Designfuge handelt es sich um eine umlaufende horizontale Fräsung in der Türfront. Wir bearbeiten die HPL-Oberfläche etwa 2 mm tief und legen damit eine schmale Linie quer über die Tür. Optisch entsteht der Eindruck einer horizontalen Gliederung – konstruktiv bleibt die Tür ungeteilt. Die Tür besteht weiterhin aus einer einzigen durchgehenden Trespa-Platte. Es gibt keine echte Teilung, keine zweite Türöffnung, keine zusätzliche Dichtung. Die Designfuge ist rein ein optisches Detail. Wie viele Designfugen hat mein Schrank? Die Anzahl der Designfugen ist auf die jeweilige Bauhöhe abgestimmt und im Standard festgelegt: Das Sideboard hat standardmäßig eine horizontale Designfuge. Die niedrige Bauhöhe von 85 cm wird durch eine einzelne Linie ausgewogen gegliedert. Der Hochschrank hat standardmäßig zwei horizontale Designfugen. Die hohe Türfläche (Standardhöhe 190 cm) wird durch zwei Linien in drei optisch ruhige Felder unterteilt, was die Proportion deutlich harmonischer macht als eine einzelne Fuge. Auf Wunsch lässt sich bei beiden Bauformen vollständig auf die Designfuge verzichten – dann besteht die Front aus einer durchgehenden, glatten Trespa-Platte. Warum überhaupt eine Designfuge? Die Designfuge bringt drei optische Vorteile, die in der kubistischen Designsprache wichtig sind: Sie gliedert die Front. Eine große, durchgehende Fläche wirkt bei hohen Schränken (etwa 250 cm Türhöhe) sehr massiv. Die horizontale Linie bricht diese Fläche optisch auf, ohne die Reduktion zu verlieren. Das wirkt souverän und proportional, nicht klobig. Sie nimmt die Maßstäbe der umgebenden Bauformen auf. Gerade an modernen Hauswänden mit horizontalen Fugen in Fassade oder Fenstern fügt sich ein Schrank mit Designfuge organischer ein als eine vollkommen glatte Front. Sie verlebendigt das Lichtspiel. Die 2 mm tiefe Fräsung erzeugt je nach Sonnenstand einen feinen Schatten. Das gibt der Tür Tiefe und Charakter, ohne die Reduktion zu unterbrechen. Wann eine durchgehende Front sinnvoll ist Die durchgehende Front – also der Verzicht auf die Designfuge – ist die radikalere Reduktion. Sie ist die richtige Wahl in drei Situationen: Bei sehr puristischen Designsprachen. Wer eine kompromisslos minimalistische Linie sucht, bevorzugt die durchgängig glatte Fläche. Das ist die Bauhaus-orientierte Variante. Bei kurzen Türen. Bei einem niedrigen Sideboard mit Türhöhen unter 80 cm wirkt eine Designfuge oft proportionell zu groß. Hier ist die durchgehende Front meist die elegantere Wahl. Bei besonders dunklen oder reflektierenden Farben. In tiefem Schwarz oder Anthrazit ist die Schattenwirkung der Fuge stark, was manche Kunden als zu betont empfinden. In hellen Tönen ist der Effekt subtiler – hier ist die Designfuge auch bei Puristen oft akzeptabel. Wie unterscheiden sich die zwei Varianten in der Fertigung? Die Designfuge fräsen wir im Anschluss an den CNC-Zuschnitt der Tür. Es ist ein zusätzlicher Bearbeitungsschritt, der keine Mehrkosten in der Standardproduktion verursacht – er ist bereits im Festpreis enthalten. Der Verzicht auf die Designfuge bedeutet, dass die Tür nach dem CNC-Zuschnitt ohne weitere Bearbeitung in die Produktion geht. Das Resultat ist eine vollkommen ebene HPL-Fläche, die ungebrochen vom oberen bis zum unteren Türrand verläuft. Auswirkung auf die Dichtigkeit – keine Ein häufiges Missverständnis: Die Designfuge wirke wie eine zusätzliche Schwachstelle für Wassereintritt. Das ist konstruktiv nicht der Fall. Die Fräsung berührt nur die Oberfläche der HPL-Platte – sie geht weder durch das Material durch noch erreicht sie eine Tiefe, in der die EBC-Versiegelung beschädigt würde. Die Tür bleibt vollständig dicht. Die Spritzwasser-Resistenz, der Schlagregenschutz und das gesamte Dichtungssystem funktionieren mit Designfuge identisch wie ohne. Auswirkung auf die Materialhaftigkeit der HPL-Oberfläche Die EBC-Vernetzung der HPL-Oberfläche ist robust und durchdringt die Tiefe, die wir fräsen, vollständig. Die gefräste Fugenlinie ist genauso kratzfest, UV-stabil und chemikalienresistent wie der Rest der Tür. Es gibt keine Stelle, an der die Designfuge mit der Zeit anfällig werden könnte. Was empfehlen wir? Aus über 2.000 realisierten Projekten haben wir eine klare Tendenz: Bei Sideboards bis 100 cm Höhe: durchgehende Front wirkt oft schöner Bei Sideboards 100 bis 120 cm Höhe: Designfuge gliedert die Front Bei Hochschränken: Designfuge bringt Tiefe und Maßstab in die hohe Türfläche In sehr modernen, puristischen Garten-Designs: durchgehende Front In klassisch-zeitgemäßen Hauskontexten: Designfuge Diese Tendenzen sind keine Vorschriften. Wir empfehlen, die Wahl bei einer Musterbestellung am Aufstellort zu überprüfen – am besten mit einem Foto der geplanten Wand und einer Skizze der Schrank-Proportionen. Was bedeutet das für Sie? Sie haben die Wahl zwischen zwei Frontvarianten, die beide gestalterisch hochwertig sind. Die Entscheidung ist eine Frage der Designsprache und des Aufstellort-Kontexts, nicht der Funktion. Beide Varianten sind im Festpreis enthalten und werden in derselben Manufaktur-Qualität gefertigt. Gut zu wissen: Die Designfuge ist die optisch wirkungsvollere Variante bei großen Türflächen. Die durchgehende Front ist die radikalere Reduktion. Beides ist im Standardpreis enthalten.